Helmut Richter
Handreichung zur Gestaltung eines Unterrichtsentwurfs

Leider bestehen für die Gestaltung von Unterrichtsentwürfen offensichtlich keine landesweit einheitlichen Regeln, jedoch werden m.E. mit dem nachfolgend dargestellten Aufbau gewisse Mindeststandards erfüllt. Die konkrete Gestaltung von Unterrichtsentwürfen wird mit den jeweiligen Seminarleitungen vereinbart.
 
1. Titelblatt

 
2. Bedingungsanalyse
 
Klassenanalyse :
Klassengröße, Altersstruktur, schulische Vorbildung, Ausbildungsberufe,
Angaben über Leistungsfähigkeit, Verhalten usw., soweit diese Folgen für die Unterrichtsplanung für die konkrete Stunde/ Unterrichtsreihe nach sich ziehen.

3. Handlungsziele der Stunde

1. Im Bereich der Fachkompetenz
2. Im Bereich der Sozialkompetenz
3. Im Bereich der Humankompetenz
 

(Bitte nur Ziele angeben, die tatsächlich erreicht werden können, oftmals ist weniger mehr)

Beispiele
zu 1)
Die Schüler übertragen die gegebenen Geometriedaten in ein Programm.
Die Schüler ermitteln die fehlenden Informationen eigenständig aus Tabellenwerken ermitteln

zu 2)
Die Schüler entwerfen eine Lösung arbeitsteilig in einer Gruppe.
Die Schüler arbeiten kooperativ.

usw.

4. Sachstrukturdiagramm

Sehr nützlich ist ein Sachstrukturdiagramm, in dem die Bezüge des Unterrichtsthemas zu anderen Themenstellungen, notwendigen Vorkenntnissen der Schüler, anderen Fächern usw. graphisch verdeutlicht werden :
einfaches Beispiel : Thema : Geschwindigkeitsberechnung /kreisförmig

 
 

 5. Synopse / Unterrichtsverlauf / Lernorganisation

Für die Darstellung der Synopse wird im allgemeinen folgende oder ähnliche Struktur verwendet :
 
Phase
Inhalt
Methode
Medien
 

 

     
 
(Die genaue Darstellung ist vereinbarungsorientiert)

Für die Unterrichtsphasen werden i.d.R. die Modelle von Bader ( insbesondere für handlungsorientierten Unterricht) bzw. das Phasenschema von Roth verwendet :
 
Bader (Soest) (1)
Roth (2)
Problemstellung/Handlungsziel

Problemanalyse

Lösungsplanung

Ausführung

Kontrolle und Bewertung

Reflexion/Transfer

Motivation

Schwierigkeiten

Lösung

Tun und Ausführen

Behalten und Einüben

Bereitstellung (Transfer)

 
(1) nach : Praxis des handlungsorientierten Unterrichts, Soest 1987
(2) nach : Heimann-Otto-Schulz : Unterricht Analyse und Planung, Hannover 1979
 

 Zur Vertiefung verweise ich auf die "Materialien zur Referendarbetreuung" des Berufskolleg Stadtmitte:
 

 
6. Medien, Literaturverzeichnis

- ggf. Tafelbild, OH – Folien, Arbeitsblätter usw.